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Religion und Druiden

Religion in unserer Zeit

 

Im Druidentum des 21. Jahrhunderts sind sowohl Vertreter des "alten Weges" als auch Vertreter des Christentums präsent. Da das Christentum oberflächlich zur Genüge bekannt ist, möchte ich hier auf den "Alten Weg" eingehen. 

Der "Alte Weg" bezeichnet alle Religionen, die vor dem Christentum in Europa ursprünglich heimisch (autochton) waren. Der Alte Weg ist der Weg der Erde und der Erdheilung und der Heilung mittels der Erde. Jedoch hat sich der alte Weg gewandelt. Die Menschheit hat sich verändert und die Erde ebenfalls.
 Nachdem es sich hier außerdem um eine Seite handelt, die sich explizit mit den Kelten Zentraleuropas (bzw. einem Teil davon) befasst, will ich hier nur auf den keltischen Aspekt eingehen. 

Denkmal eines sitzenden Druiden mit Sichelstab

Der "Alte Weg" ist im Großen und Ganzen das, was in der breiten Öffentlichkeit  als Neuheidentum bezeichnet wird. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass das, was von Christen und Atheisten gerne unter dem Begriff 'Neuheiden' in einen Topf geworfen wird, in Wahrheit ein recht bunt zusammengewürfelter Haufen sehr unterschiedlicher religiöser Gruppen und Grüppchen sowie 'Solitaires' (Einzelnen die ihren eigenen Weg gehen) ist. Diese unterscheiden sich in ihren Traditionen und Überzeugungen weit mehr, als beispielsweise Katholiken, Protestanten und Zeugen Jehovas es tun. 
Die wohl größten und bekanntesten Gruppierungen sind einerseits die Kelten und Druiden, andererseits die Wicca und Hexen und die Anhänger der germanischen Götter (Asatru und Vanatru).

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, die spirituelle Tradition Europas sei im römischen Reich und im Anfang des Christentums verloren gegangen, hat sich doch vieles aus diesen alten Traditionen und auch aus dem Druidentum erhalten. Viele rituelle Bräuche überdauerten die Zeiten dadurch, dass sie von der Bevölkerung als Brauchtum gepflegt wurden (und werden) und Teile wurden in die neuen Philosophien integriert. So gelang es, zumindest ein rudimentäres Wissen über die alten vorchristlichen Traditionen zu erhalten.

Das moderne Druidentum bemüht sich, diese alten Überlieferungen freizulegen und sie angepasst an unsere veränderten Zeiten zu verwenden. Die heutigen Druiden wollen nicht die Zeit zurückdrehen und die Welt und den Glauben von vor 2000 Jahren wieder aufleben lassen, sondern eine moderne Form der Verehrung des göttlichen pflegen. Als Grundregel für dieses Wollen und Tun kann man folgenden Satz heranziehen: "Wir wollen kein Druidentum erwecken, das vor Jahrtausenden existierte, sondern die alten Lehren für die Gegenwart und Zukunft interpretieren."

Das Selbstverständnis der Druiden unserer Zeit bezieht sich auf die Fürsorge, für die Menschen, die sich ihnen anvertrauen und auf die Bewahrung der Schöpfung und der in ihr notwendigen Gleichgewichte. Aus diesem Grund wird auch bei der Auswahl der Schüler/innen und Mitglieder darauf geachtet, dass diese Personen in ihrer Geisteshaltung nach positiven Werten ausgerichtet sind und ihnen der Schutz der Schöpfung ein Anliegen ist.

Druiden beim gemeinsamen Ritual

"Die" Gallier - gemeinsam
© 2000 Goscinny / Uderzo

Das Druidentum hat kein Gesetzbuch, die einzigen Lektionen werden von der Natur gelernt. Es gibt keine Gurus und die Hierarchien werden auf ein Minimum begrenzt. Kernsatz des druidischen Glaubens ist die Liebe zur Natur in Verbindung mit der pragmatischen Sicht, dass diese spirituelle Einsicht auch im täglichen Leben zum Ausdruck kommen sollte. Das Druidentum hebt die Bedeutung der Arbeit in einer Gruppe, sowie der individuellen Arbeit hervor, um das spirituelle Leben zu entwickeln. 
Das Druidentum befasst sich insbesondere mit der ökologischen Krise, der sich die moderne Welt derzeit ausgesetzt sieht und arbeitet auf vielfältige Weise für die Heilung der Erde.

Als Nachsatz:
Druiden sind keine Einzelkämpfer. In einer gemeinsamen Arbeit - als Team - können wir unsere Kräfte bündeln und unsere Fähigkeiten gezielter einsetzen. Gemeinsam sind wir stark.

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Neben der Verehrung der Natur, der Ahnen und des Kulturerbes als heilig, erfordert die Ausführung des Druidentums ein großes Maß an engagiertem Studium. Während dieses Studiums der Umwelt, feiert ein Druide den Zyklus der Jahreszeiten und engagiert sich dadurch für Ökologie und den Schutz der Erde und ihrer nichtmenschlichen Bewohner.

Das Studium der menschlichen Natur verleiht dem Druiden hingegen Selbsterkenntnis und beinhaltet die Suche nach Emotionen, Vernunft, Bewusstsein und dem freien Willen. Auf der Suche nach den Quellen seiner Inspiration soll (der Druide) durch den Ausdruck seiner Kreativität seine Gemeinschaft bzw. seinen Stamm inspirieren.

Durch das Studium seiner Ahnen und jener seines Volkes, sowie seiner (Kultur-)Landschaften und jener seiner Ahnen, soll er sein Erbe, seine Geschichte und seine Vorgeschichte kennen lernen. Hierzu gehört auch das Ergründen der Geschichten seiner Ahnen, ihrer Mythologien und ihrer Folklore. Viele werden die keltische Sprache oder die Sprache ihrer Ahnen, deren Musik, Geschichtenerzählung und Rethorik erlernen. Durch all' dies soll der Druide zu seinen Göttern finden und gleichzeitig seine Hingabe durch Opfergaben, Gebeten, Kreativität und dem Bekenntnis zu einem ehrenhaften Leben bekunden.

Mit anderen Worten: Es gibt kein Element des Lebens, in dem ein Druiden sich nicht mit seinen Göttern, seinen Ahnen und seiner Umwelt auseinandersetzt - wenn er etwa das Feuer eines Ofens entfacht, einen Garten pflegt, Kinder beaufsichtigt oder den Sonnenaufgang betrachtet. Die Reise eines Druiden besteht darin, zu lernen, wie man mit allen Dingen in respektvoller und verantwortungsvoller Weise in einem Akt der (göttlichen) Hingabe interagiert.

Während das Opfer ein Kerngedanke innerhalb der meisten spirituellen Traditionen ist, wird es beim Druidenkult mit historischen Berichten verwechselt, in denen menschliche und tierische Opfer getötet wurden. Im modernen Druidenkult ist solch eine Praxis nicht akzeptabel.

Was heutzutage innerhalb der Tradition geopfert wird, ist das, was wir im Leben am höchsten erachten und woran wir mit großer Leidenschaft festhalten: Zeit, Sicherheit, Gewissheit, Annehmlichkeiten, Bequemlichkeiten, Ignoranz und solche Dinge.